organoids #1

by rsn | Carsten Vollmer

Thomas Rosen aka rsn continues his exploration into the universe of dronescapes with varying collaborators he started with a series of albums on attenuation circuit in 2025. In this latest chapter of his ongoing story of drone, he joins forces with Carsten Vollmer, himself a prolific collaborator.

"I work with frequencies", is how Carsten Vollmer describes his practice, the implication being that if noise is intense enough it can cover all frequencies at once. In their collaborative work, rsn and Vollmer try out different approaches to "noise" - those with an abstract electronic timbre, and those that carry the overtones of sonic "dirt" (feedbacks, electromechanics) with them. With all the microtonal pushing and shoving - pogo in the ear canal, so to speak - going on within the walls of this sound, you could sum up this album with the motto: "Always static, never boring".

File under: drone, noise

ACU 1098

factory-produced CDr in Digisleeve

Released in 2026

limited to 50 copies

price: 10.00 EUR (excl. postage)

songs & sounds created by thomas rosen & carsten vollmer
recorded by thomas rosen
mixed and mastered by carsten vollmer
cover photo by Salt
layout by N

rsn-entities.com
carsten-vollmer.de

Also available here: http://www.discogs.com/seller/dependenz?sort=price&sort_order=asc&q=attenuation+circuit&st

Review

ISIDOR

CARSTEN VOLLMER kommt in dieser Ausgabe nicht zu kurz. Aber klar, wenn man so einen Output an den Tag legt – Fleiß muss belohnt werden. RSN ist Thomas Rosen und den kenne ich eher als Mitglied von [BOLT] ((die scheiß Typo hier hat leider keine eckigen Klammern)), obwohl er solo schon beeindruckend viele Alben veröffentlicht hat - und diese gern als Kooperation mit anderen Künstlerinnen. Das, was sich hier über zwei jeweils etwa halbstündige Tracks entfaltet, wirkt wie die Umwidmung der harschen Frequenzen von CARSTEN VOLLMER zu Treibstoff für einen Drone-Koloss: ein träges, unaufhaltsames Gebilde, das sich durch meterhohen Elektroschrott wühlt und dabei eine Schneise aus Hitze und Reibung hinterlässt. Es riecht nach Öl und verbranntem Gummi, Funken sprühen aus aufgerissenen Kabelenden. Irgendwo unter den scharfkantigen Platten suchst du nach einem Ort, der zumindest vorübergehend Schutz verspricht. Doch Sicherheit bleibt Illusion. Die Klangmassen schieben sich weiter, verdichten sich zu einem zähen Nebel aus Feedback, tiefen Resonanzen und kaum greifbaren Obertönen. Zwischen den brachialen Impulsen öffnen sich Risse, durch die ein subtiles Pulsieren drängt. Geht da hinten die Sonne auf, oder ist es nur das kalte Glühen einer weiteren Maschine, die sich ihren Weg durch dieses Trümmerfeld bahnt? Mechanisch, organisch – diese Kategorien greifen nicht mehr. Stattdessen entsteht ein hybrider Raum, in dem kleinste Veränderungen an Bedeutung gewinnen.
So und jetzt hätte ich gern wieder irgendwas mit Pop.

https://isidor-fanzine.de/

Review

BAD ALCHEMY

Organoids #1 (ACU 1098) enthält Songs & Sounds, kreiert von Thomas Rosen, kurz RSN, in Mülheim an der Ruhr und CARSTEN VOLLMER in Essen. Gebettet auf dürres Laub in verrottenden Brauntönen. Als schwellendes Brausen und Sirren, ein Biest mit brummen­dem Bauch und heulendem Rücken. Schrill schleifend und zischend in der bewegten Statik einer Wasserwand. Als jahrhunderttausende alte Monotonie, die ihrer und jeder Eintönigkeit spottet. In ihrem Bann halluziniert man Stimmen, Musiken, alles mögliche hinter ihrem rasenden 'Stehen', ihrem nesselnden Toben. Durchsetzt von einem nicht zu leugnenden Tam-Tam-Tam-Tam und keuchenden Schreien. Von gescharrtem Gitarren­klang. Ist andauernde Panik noch Panik oder schon glühende Intensität? Oder ein neues Normal? Inferno als zeitvergessener Alltag? Hier mit der Barmherzigkeit, nach etwa 23 Min. ganz allmählich zu diminuieren. Um aus der Stille wiederzukehren mit altem Furor und dem heulendem Elend von Frequenzen, an denen der Dreck aller Zeiten und Unzeiten klebt. Fast schon sonores, motorisches, dumpfglockiges Gedröhn ist nicht zu trennen von zerrendem, fräsendem, prasseligem Feedback, flackrig und rotierend, insistent alarmie­rend, pfeifend und garstig zwitschernd. Lehrlauf als manische Arbeit, als again and again. Krach und Distortion als Daseinszweck, als Existenznachweis, als Kokon. Als Wie du mir, so ich dir, du schnöde Welt. Doch erneut endet die halbe Stunde mit barmherzigem Verhallen.

www.badalchemy.de

rsn | Carsten Vollmer organoids #1 cover front
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